[q=alex]Btw diese Art der Hilfe favorisiere ich auch für den Sudan und andere Krisenregionen. Jede mit unseren Spenden durchgefütterte Sudanesin bringt ein halbes dutzend Kinder zur Welt, die dann mit aufgedunsenen Bäuchen und glasigen Augen vor dem Rotkreuzcamp auf ihre Ration warten.[/q]
da du ja nicht spendest ...
Ich frage mich allerdings warum du diese "Sterbehilfe" nicht im eigenen Land einführen willst. Du könnstet dich ja zB mit nem MG vor ner Bahnhofsmission/Armenküche etc postieren. Wenn man sich überlegt, dass es in Deutschland ne Menge Kinder gibt die nur durch solche Institutionen mal satt werden ... warum also nicht konsequent durchgreifen.
Vielleicht weil diese Kinder wenn sie satt und erwachsen sind keine zwei Dutzend Kinder großziehen, die dann vor der Suppenküche herumlungern. Vielleicht, weil die maximal zwei bis drei Kinder, die sie kriegen, dann von der Schule und dem Jugendamt aufgefangen werden könnten.
Vielleicht habe ich ja auch was gegen Suppenküchen, aber ich sprach auch von aktiver Sterbehilfe, sondern implizierte passive. Ob sie jetzt zwanzig Jahre jeden Tag die halbe Ration kriegen und dahinsiechen oder es nach zwei Monaten vorbei ist, das ist auch ein Unterschied.
In einem alten Erdkundebuch von ~1965 stand bei "Entwicklungsländer", dass die Entwicklungsländer, in denen rund die Hälfte der Weltbevölkerung (1 Mrd. Menschen) lebt, auf subsistenzwirtschaftlicher Basis bestehen und die Eigenversorgung mit Grunddaseinsfunktionen (Nahrung, Hütten, Kleidung) weitgehend aufrecht erhalten können.
Heute, nach etlichen Milliarden und Abermilliarden "Entwicklungshilfe", haben wir dort 80% der Erdbevölkerung (5 Mrd. Menschen), die ihre Eigenversorgung nur noch zu 20% sicherstellen kann.
Nehmen wir an, der "Westen" könnte eine völlig beliebige Anzahl von Menschen in Afrika ernähren und würde dies tun. Das Ergebnis:
In vierzig Jahren haben wir dort 95% der Erdbevölkerung (25 Mrd. Menschen), die ihre Eigenversorgung zu maximal 0,5% sicherstellen können.
In achtzig Jahren haben wir dort 99% der Erdbevölkerung (125 Mrd. Menschen), die ihre Eigenversorgung gar nicht mehr sicherstellen können.
Du siehst, egal wie lange wir den Zirkus mitmachen, irgendwann werden auch wir an unsere Grenzen kommen. Ob heute hunderttausend verhungern, in zwanzig Jahren zehn Millionen oder in vierzig Jahren eine halbe Milliarde (oder mehr), ist das nicht auch ein kleiner Unterschied?
Sorry Alex, aber auch wenn ich die Argumentation durchaus nachvollziehen kann, so beläuft sich mein Verständnis solcher Sprüche bei NULL.
Klar, du musst die Opfer dieser vermeintlichen Humanität ja nicht mehr erleben. Tut mir leid, aber für relativ kurzsichtiges Denken und Handeln (und vor allem für diese Freikauf-Mentalität "Ich habe gespendet") fehlt mir das Verständnis.