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Freitag, 6. August 2004, 20:20

Rechtschreibreform-Diskussion

Hallo.
Mich würde mal eure Meinung zu der Diskussion über die neue Rechtschreibung und den wunsch von verschiedenen Leuten und Verlagen die alte Rechtschreibung wieder einzuführen. Und was denkt ihr über das verhalten des Axel-Springer und Spiegel-Verlages?

Ich persönlich fühle micht reichlich verarsch (Verzeihung), da ich unter einer Umstellung zur alten Rechtschreibung leiden würde, da ich - soweit ich mich zurück erinnere - nur die neue Rechtschreibung (auch schon in der Grundschule) gelernt habe.
Zudem finde ich es reichlich unverständlich, dass nun 5 Jahre(!) nach der offiziellen Einführung der neuen Rechtschreibung ein so großer Wirbel um die Reform gemach wird.

Was denkt ihr?

MfG Arne :sick:.

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Freitag, 6. August 2004, 21:53

Ich hab die neue Rechtschreibung ab der 9ten oder 10ten Klasse lernen müssen glaub ich, dann wurde ja auch immer wieder nachgebessert.
Im Abi waren zum Glück beide Versionen richtig, die alte wurde nur angestrichen und nicht als falsch gewertet. Natürlich sollten wir aber in der neuen Schreiben und haben es auch fast ausschließlich gemacht. Wenns jetzt wieder zurück zu der alten ginge, wüsste ich so manche alten Sachen sicher nicht mehr. Der Schritt von Springer und Spiegel kommt zu spät, sie hätte damals genauso früh und konsequent handeln sollen wie die FAZ und nich 4 Jahre später...

Aber auf unsere Bevölkerung gesehen ist so eine Schreibreform eh unsinng, man kann nicht ernsthaft erwarten das Leute über 50 dazu in der Lage sind ihre Schreibweisen so massiv umzustellen, bzw. auch die Lust dazu haben dies zu tun. Die junge Bevölkerung hat es jetzt gelernt und muss mit Beidem umgehen können, mal schaun was die Zukunft so bringt. Imho sollte man beide Version über einenen längeren Zeitraum laufen lassen, eine Version wird sich schon in der Bevölkerung durchsetzen, dies kann aber nicht in einem Zeitraum von 5 Jahren passieren...


Chris
Signatur von »Chris« Auch ein Bonsai träumt von Größe.

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Freitag, 6. August 2004, 22:58

Ich fühle mich genauso wie nash aufs übelste verarscht. Mitten in der Hauptschulzeit kam aufeinmal die neue Rechtschreibung. Naja ich konnte mich einigermaßen schnell an die änderung gewöhnen(Man war ja noch jung) Jetz war ich auf der Wirtschaftsschule und Fachoberschule wo ich immernoch die neue Rechtschreibung benutzt habe. Das waren 3 Klassen und NIE hat irgendein Schüler oder Lehrer über die neue Rechtschreibung gemeckert. Nun meinen ein paar Verlagshäuser sie müssen mal wieder irgenden Skandal erfinden um das Sommerloch zu stopfen. Sowas kotzt mich wirklich an. Naja wenn die wieder auf alt umstellen wollen brauchen die erstmal 2 Jahre um das durchzusetzen und 5 Jahre um wieder alles umzustellen. Das Heisst für mich das ich noch min. 7 Jahre die neue Rechtschreibung benutzen kann. Anstatt also diese Änderung zu akzeptieren müssen die Verlagshäuser natürlich wieder Stress machen um sich die nächsten 7 Jahre über die alte Rechtschreibung aufzuregen.

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Freitag, 6. August 2004, 23:29

IMO ist die Reform nicht konsequent genug. Auch wenn ich mit der Rechtschreibung noch nie Probleme hatte würde ich außerdem, ginge es nach mir, zunächst die hyperfluide Groß- und Kleinschreibung und anschließend die Unterscheidung in "Du" und "Sie" abschaffen. Zweiteres hat zwar mit einer Rechtschreibreform zugegebenermaßen nicht viel zu tun, wäre aber mal eine echte Anpassung an internationale Normen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DukeXP« (6. August 2004, 23:30)


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Freitag, 6. August 2004, 23:31

Ich finde diese Bewegung gut, wenn auch zu spät. Einige Änderung der Reform fand ich gut, einige kann ich bis heute nicht. Ein Kompromiss könnte diskutiert werden. Ich aber finde das Engagement der Verlage hervorragend. Eine Sprache wie die deutsche wird im Gegensatz zu einer formalen wie HTML nicht von einer Stelle verordnet, sondern von den Schreibenden geformt. Und das sind Verlage von Zeitungen/Zeitschriften und natürlich die ganzen Schriftsteller, die aber IMHO sowieso tendenziell gegen die Reform waren. Eine gehörige Bewegung in der Angelegenheit tut der deutschen Sprache gut. Dass sich junge Menschen verstärkt damit beschäftigen müssen, mag erstmal lästig erscheinen, es kann aber der zunehmend verrohenden Schreibmoral besonders im Jungvolk nur zum Vorteile gereichen. PRO!

Gehabt Euch wohl, ich heb' mich von hier.
Mirko :)
Signatur von »memowe« Mirko Westermeier - Public key: 0x730E195D
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Samstag, 7. August 2004, 01:06

Züpern und Spagetti sind ja wohl Irrwüchse der Reform, Delphin/Delfin mag da vergleichsweise iO sein - aber auch daneben.
Aber: Schloß/Schlösser; Nuß/Nüsse <- das ist heute besser geregelt.
Und Flussschifffahrt ist ebenfalls nur konsequent; gleichsam Stängel (hat doch was mit Stange zu tun!).

Zeichensetzung mach ich sowieso nach Gutdünken...


Ganz alte Rechtschreibung mach ich garantiert nicht mehr mit! Aber einige Teile der Reform haben nichts mit Verbesserung zu tun.

Die Leute von den Verlagshäusern hätten sich das ruhig etwas früher überlegen können... aber so sind wir Deutschen halt, ein schlechtes Reförmchen braucht halt seine Zeit, und ein gutes noch weit mehr...
Signatur von »Alex« Man muss nichts sehen, um zu sehen, dass man nichts sieht, aber man muss etwas sehen, um zu sehen, was man nicht sieht.

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Samstag, 7. August 2004, 01:38

... aber warum musste man das arme Känguruh auf Känguru zurechtstutzen? Hat mit einem Guru doch wirklich nichts zu tun. :D

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Sonntag, 8. August 2004, 12:38

Hi,
ich finde die Entscheidung und auch die Begründung gut, wenn auch leider viel zu spät. Die Verlage hätten gut daran getan, die Reform wie die FAZ viel früher zu boykotieren.
Ich selbst habe mich von Anfang an geweigert - auch auf meinen Homepages - die neue Rechtschreibung umzusetzen und fühle mich jetzt umso mehr darin bestärkt :-)

Übrigens "Stängel": schönes Beispiel, denn es zeigt doch gerade eine der Blüten der Reform. Das Wort "Stengel" hat sich schon vor Ewigkeiten entwickelt. Mag sein, daß hierzu eine Ableitung von "Stange" herangezogen wurde. Es ist aber - als "Stengel" - ein eigenständiger Begrift, der mit einer Stange nun wirklich nichts mehr zu tun hat. Was macht das für einen Sinn, den gewachsenen Wortschatz daraufhin zu untersuchen, mit welchen Wörtern Begriffe assoziiert werden könnten, um dann ihre Schreibweise in einer Weise zu ändern, die es so nie gegeben hatte?
Gruß
Ingo