Original von Investorman
Hier mal wieder eine Knallermeldung:
12.03.2003 09:01 Uhr
USA: French Fries sind ab jetzt Freedom Fries
Das US-Repräsentantenhaus in Washington hat aus Unmut über die französische Haltung in der Irak-Frage die 'French Fries' in 'Freedom Fries' umbenannt.
Sie überlegen jetzt auch, ob man den 'French Toast' nicht auch in 'Freedom Toast' umbenennt. In den nächsten Tagen werden dann die Menüs bzw. wohl auch die Speisekarten in der Regierungskantine geändert werden.
Quelle: www.spiegel.de
Schon lustig, gibt aber eine wesentlich bessere Verhunzung desselben Themas:
USA
Frittierte Freiheit
Aus Enttäuschung über das widerborstige Frankreich hat sich nun die einzige noch verbliebene Weltmacht auf dem Globus die Kochschürze umgelegt und ein gewaltiges Zeichen gesetzt: Der US-Kongress beschloss offiziell, die bisher als "French Fries" bekanntes Pommes frites in "Freedom Fries" umzubenennen. Niemand solle mehr das böse F-Wort in den Mund nehmen müssen, bevor er sich die Fritten in denselben schieben kann. Fand jedenfalls der republikanische Abgeordnete Walter Jones aus Nord-Carolina, und beantragte den Befreiungsschlag in die Fritteuse. Der hat zur Folge, das in allen Speisesälen des Regierungsgebäudes gestern die Menükarten umgeschrieben wurden. Weg mit den Reminiszenzen an das verachtete "alte Europa"! So viel Freiheit muss sein. Und noch viel mehr: Auch das "French Toast" ist in den USA gegessen. Es heißt künftig - keine Überraschung - "Freedom Toast". Freiheit also auf Tellern und Tischen für durch und durch patriotische Sättigungsbeilagen!
Die Geschichte kommt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so überraschend nicht, hat doch der Restaurantbesitzer Neal Rowland in Beaufort (ebenfalls Nord-Carolina) schon vor zwei Wochen aus Wut über Jacques Chirac die "French Fries" von der Speisekarte genommen. Wenn nun das Volk partout die Freiheit frittieren will, kann die Politik doch nicht abseits stehen. Folglich begründete der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Bob Ney, die fein schmeckende Botschaft so: "Dieser Entschluss ist eine kleine, aber symbolische Geste, den großen Unmut vieler Regierungsmitarbeiter gegenüber unserem so genannten Verbündeten in Frankreich, auszudrücken." Friedensfritten-Kämpfer Jones beruft sich gar auf historische Vorbilder: Während des ersten Weltkrieges waren schlagartig viele deutsche Begriffe aus der US-Alltagssprache verbannt worden. Selbst das beliebte Sauerkraut hieß fortan "Freiheitskraut".
Auf den Kongressfluren wurde die Kochlöffel-Posse gestern mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Schmunzeln quittiert, und auch die französische Seite war bemüht, das Frittieröl auf kleiner Flamme zu halten. Eine Botschaftssprecherin verwies kühl darauf, es gehe "um Krieg oder Frieden und nicht um Kartoffeln". Das ist angesichts des Ersetzens von "french" durch "freedom" womöglich etwas zu kurz gedacht. Immerhin ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Vokabeltausch in einer Weise durchsetzt, die Frankreich sehr amüsieren könnte. Man stelle sich vor, der "French Premier" würde im Laufe der Zeit zum "Freedom Premier" mutieren.
Freiheit, es ist angerichtet.
Kölner Stadt-Anzeiger vom 13. März 2003, Seite 1