hallo,
es geht uns gut, keine frage. aber nicht ZU gut. und wir wissen noch sehr genau, wie brutal und schlimm bomben sind - gerade wir hier in hamburg. und was ist mit dresden. auch die allierten haben kriegsverbrechen verübt; dresden haben sie niedergebombt, weil sie noch zuviele auf lager hatten - das 3. reich war zu diesem zeitpunkt längst besiegt.
aber wir lassen so eine diskussion nicht aufkommen, weil die gräuel, die das 3. reich angerichtet hat, auch dieses überwiegt. und ich denke, deutschland hat daraus gelernt; diese gesellschaft hat die verbrechen, die geschehen sind, nicht vergessen.
mein bester freund - übrigens ein pole, mit dem ich sehr gerne diskutiere - ist der meinung, deutschland sei inzwischen eine bessere demokratie, als die USA. und das denke ich auch, sieht man sich mal die korruption dort an. und friedlich? 3% aller US-amerikaner sitzen im knast.
Wir können es uns erlauben Kritik an alles und jedem zu üben, ohne gleich ne Kugel zwischen die Augen zu bekommen. Wir dürfen total gegen jeden Krieg sein, denn wir müssen/mussten ja nicht unter Hussein & Co leben.
und was ist mit diesem hundertmal grausameren diktator in nord-korea, der sein volk auf das übelste, wirklich auf die perverseste art verhungern lässt und stattdessen an atombomben bestelt?
was ist mit afrika, wo innerhalb von nur hundert tagen, 800.000 tausend menschen hingemetzelt wurden?
da wir ja darüber diskutieren können, weil wir sicher leben, lass uns doch auch mal darüber diskutieren.
warum nur hatte es bush so eilig, den irak, ein ansich stabiles land (jedenfalls stabiler als jetzt), das nachweislich keine A, B oder C-waffen besaß und auch keine kontakte zu el-kaida pflegte, anzugreifen?
saddam hussein hat die weltbevölkerung weit weniger belogen, als ein gewisser george w. bush.
Wir sind ja nicht betroffen.
die amerikaner aber auch nicht.
warum haben sie den krieg geführt? wenn sie es aus so edlen motiven gemacht haben, warum dann nicht nord-korea? oder warum klammern sie afrika aus? was ist am irak so besonderes?
die meisten menschen in europa - sieht man von den jeweiligen regierungen ab - haben genau gewusst, was NACH einem krieg passiert. alle hatten gemerkt, das wir BELOGEN wurden von den amerikaner. und jeder merkte, das die amerikaner nicht den geringsten plan hatten, was NACH einem krieg passieren solle; stattdessen merkte man, das die USA überhaupt kein konzept hatten.
und nun, da sie - genau wie wir alle es angenommen hatten - fundamental am scheitern sind, sind wir europäer auf einmal gut genug, bezahlen zu dürfen - natürlich ohne irgendein mitspracherecht zu erhalten. hoffentlich knicken die europäischen regierungen nicht ein.
Ich lese hier immer wieder wie böse die Ami's sind, weil sie in den Irak eingeritten sind. Komischerweise hat sich hier noch niemand darüber beschwert, dass die Ami's vor 60 Jahren Deutschland aufgemischt haben.
die amis haben jeweils im ersten wie im zweiten weltkrieg erst dann deutschland den krieg erklärt, als schon längst abzusehen war, das deutschland verlieren wird.
im übrigen: nicht die amerikaner haben deutschland im II. WK den krieg erklärt, sondern umgekehrt; deutschland war mit japan alliert, und _musste_ den USA aus bündnispflicht gegenüber japan den USA den krieg erklären.
ich will es mal so formulieren: die USA hatten weder im ersten, noch im zweiten WK ein vitales interesse daran, mit deutschland krieg zu führen.
Vielleicht solltet ihr euch mal überlegen was wäre, wenn Hitler damals nicht gestoppt geworden wäre. Dann würden wir hier nicht labern, sondern in Sibieren Wache schieben.
das hitler - viel zu spät - abserviert wurde, ist nicht den amerikanern zu verdanken. da müssen wir uns bei den hartnäckigen engländern bedanken.
Es geht uns doch wirklich gut.
ja. so gut, das wir fragen stellen dürfen.
so gut, das wir uns gedanken machen dürfen.
und vor allem: uns nicht für dumm verkaufen zu lassen.
gruss, der mor.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mor« (27. August 2003, 04:23)